Nicht-chemische Verfahren zum Management von Schadnagern im ökologischen Möhrenanbau
Hintergrund
Nagetiere sind in gartenbaulichen Kulturen oft ungebetene Gäste. Obwohl sie einen wichtigen Platz im ökologischen Gefüge haben, können sie auch Krankheiten übertragen und große Schäden anrichten. Diese Probleme führen nicht nur zu Ernte- und Qualitätsverlusten, sondern auch zu erhöhten Produktionskosten und Flächenbedarf. Acker-, Gemüse- und Obstbauern haben immer wieder mit erheblichen Problemen durch Feldmäuse zu kämpfen. In Deutschland treten Massenvermehrungen der Feldmaus manchmal synchron über große Flächen auf und führen zu Massenbefall. Im ökologischen Landbau sind chemische Rodentizide nicht erlaubt, daher müssen alternative, nicht-chemische Methoden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Im Gemüsebau gibt es jedoch kaum bis keine validierten nicht-chemischen Optionen, um Schäden durch Nagetiere zu reduzieren. Die Wirksamkeit der verfügbaren Optionen wird als gering eingeschätzt.
Projektziel
Zur Regulierung von Nagetierschäden im Möhrenanbau sollen verschiedene nicht-chemische Verfahren entwickelt und getestet werden. Das Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Erprobung von nicht-chemischen Verfahren zur Regulierung von Nagetierschäden im Möhrenanbau. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Weiterentwicklung von risikoarmen Pflanzenschutzverfahren, der Kulturtechnik und dem Wissenstransfer in die Praxis. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, nicht-chemische Verfahren zur Regulierung von Schadnagern im ökologischen Möhrenanbau zu validieren und Kosten-Nutzen-Abschätzungen für diese Verfahren zu erstellen.
Methode
Das Projekt ist in drei Abschnitte unterteilt: Methodenentwicklung, Kosten-Nutzen-Abschätzung und Präsentation/Wissenstransfer. Im ersten Abschnitt soll die Wirksamkeit von drei nicht-chemischen Methoden getestet werden, nämlich Mäusegräben und zwei unterschiedliche Zaunsysteme im Freilandversuch unter Praxisbedingungen. Anschließend erfolgt eine Kosten-Nutzen-Abschätzung. Die Ergebnisse sollen im Anschluss auf verschiedenen Kanälen für Landwirte, Berater und andere Interessensgruppen verfügbar gemacht werden.
Derzeitige Ergebnisse
Eine der grundlegenden Freilandmethoden (Haarröhrchen) wurde validiert und Software zur Auswertung entwickelt.
Koordinator/in
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Partner
Abbildungsquellen
- © Joanna Dürger, Hochschule Anhalt (HSA), Julius Kühn-Institut (JKI); Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW)